Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Gast

Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Beitrag von Gast » Di 16. Mai 2017, 11:06

Liebe Eugenia Louise,

nun ist es schon ein paar Monate her, das mein geliebter Gatte Heinrich Herbert im Dschungel des fernen Afrikas verschollen ist. Es ist schwer für mich, wenngleich ich weiß, wie wichtig es ist, die Quelltemperaturen der afrikanischen Flüsse miteinander vergleichen zu können. Sie sollen doch Aufschluss über das Leben unter der Erdkruste geben. Wir alle bringen unsere Opfer für die Wissenschaft. Heinrich Herbert dort in der glühenden Hitze und wir eben hier.

Ich habe das Gut übernommen, das sein Vater uns hinterlassen hat. Heinrich Herbert weiß das alles nicht. Da ich nicht weiß, wo er ist, kann ich doch keinen Boten schicken. Dennoch: Ich habe es versucht und den Sohn unseres Pastors gebeten, sich auf die gefährliche Reise zu machen.

Derweil versuche ich trotz der Trauerzeit, aus dem Gut etwas zu machen. Das Erbe bewahren und vermehren für die Kinder, die wir vielleicht irgendwann einmal haben. Wenn Heinrich Herbert wieder hier sein wird. Unser Opfer für die Wissenschaft.

Unser Gut jedenfalls macht sich langsam prächtig. Anfangs nur eine Bäckerei mit einem Blumenladen. Jetzt schon ein Restaurant. Wir können unsere eigene Kohle produzieren und schwelgen im Luxus geheizter Bäder. Allerdings ist Seife noch ein wenig über unseren Möglichkeiten. Ach, Eugenia Louise, auch das werde ich noch bewältigen können. Irgendwann einmal. Auch wenn es an vielem fehlt, können auch Erfolge verzeichnet werden. Durch reichliches Aufräumen beispielsweise konnte ich einen zweiten Produktionsplatz in der Bibliothek einrichten. Schreibwaren sind zwar noch nicht häufig im Verkauf nachgefragt worden. Doch kann sich das ändern. Die Mühe wird sich noch lohnen, da bin ich mir sicher.

Das viele Aufräumen ist wirklich nicht leicht. So musste ich gerade eben im Restaurant zehn Silberlöffel suchen. Einer war sogar in einem Lampenschirm. Wie auch immer der dort hingekommen ist. Ich muss unbedingt die Mägde und Knechte mehr überwachen. Ach, es gibt so viel zu tun.

Liebste Freundin, die gelben Nelken sind gerade fertig zum Verpacken. Ich werde das lieber überwachen.

Bald melde ich mich wieder. Sei bis dahin herzlich gegrüßt

Deine Anselma

Gast

Re: Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Beitrag von Gast » Mi 17. Mai 2017, 19:18

Liebe Eugenia Louise,

zuerst einmal vielen herzlich lieben Dank für die Seife, die Du mir geschickt hast. Ach, ich kann sie kaum annehmen, wo doch hier alles nur so langsam vorwärts geht.

Du hast ja so Recht. Es ist hart für uns Frauen, wenn wir allein da stehen und uns durchschlagen müssen. Hier ist vieles in Unordnung. Kaum drehe ich den Rücken einer Fabrik zu, geht gleich wieder alles drunter und drüber. Schriftrollen in der Bibliothek beispielsweise. Kullern überall umher. Und, meine Teure, stelle Dir vor. Da lebt ein Eichhörnchen. Es hopst munter umher und grinst mich frech von den Bücherregalen herunter an. Wozu hier eine Katze auf der Treppe sitzt, kann ich nur schwer sagen. Sie scheint mit der übervorsichtigen Maus sehr gut bekannt zu sein.

Und wie immer sind die Knechte ein Ärgernis. Sie erledigen nicht ihre Aufgaben, sondern lassen alles liegen. Vorhin gerade habe ich mir drei von ihnen gegriffen und sie wie ein Gardeleutnant kommandiert. Da haben sie aber Habacht gemacht und sind geflitzt. Sie haben aufgeräumt, die Tischlerei sieht wieder akzeptabel aus. Für eine Stunde wenigstens.

Doch bei allen Ärgernissen habe ich schon wieder neue Ideen, unser Gut hier zu verbessern. Mir schwebt eine Molkerei vor. Stelle Dir vor, Eugenia Louise, Milch und Käse. Frische Milch für die Kinder hier in den Dörfern. Auch für die, die nicht bezahlen können.

Der Pastor wird mir gewiss helfen. Von seinem Sohn und meinem Gemahl haben wir noch nichts gehört.... Ich wage es nicht, darüber nachzudenken. Sonst mache ich mir Sorgen. Lieber arbeite ich an unserer Existenz, die sonst bald zugegeben im Armenhaus enden könnte. Wissenschaft ist wichtig, aber sie kostet auch viel Geld. Ich werde es wohl heranschaffen müssen.

Bald, liebste Freundin, melde ich mich wieder.

In Liebe

Anselma

Gast

Re: Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Beitrag von Gast » Mo 22. Mai 2017, 18:53

Liebe Eugenia Louise,

Teuerste, Deine Gefühle und Gebete sind auf meiner Seite gewesen. Ich habe Nachricht bekommen, dass der Sohn unseres Pastors, gesegnet sei sein Mut, meinen Heinrich Herbert fast gefunden hat.

Genaugenommen ist es eine Spur. Missionare konnten sich an meinen Gatten erinnern, wie er weiter tiefer in den Dschungel gegangen ist. Zuvor waren sie in seinem Zelte willkommen. Er soll sehr gastfreundlich gewesen sein und auch von mir als seiner Gemahlin gesprochen haben, die zuverlässig daheim auf ihn warten würde. Und ob ich das tue. Ein Lebenszeichen, wie wundervoll!

Nun habe ich wieder mehr Mut. Jetzt stürze ich mich in die Arbeit, wie Du es Dir kaum vorstellen kannst. Nein, leicht ist es nicht, nicht luftig und schmeichelnd wie die Seide, die ich so sehr liebe. Aber das ist gut für mich. Es wird gut für uns sein.

Stelle Dir vor, ich habe Gesellschaft. Niedliche Kätzchen in gar possierlichen Kostümen. Wirklich, sie kamen schon so zu mir und wollen nicht von den netten Kleidungsstückchen lassen. Eine Gartenkatze, eine Kuschelkatze und eine Taucherkatze. Es gibt Dinge, Eugenia Louise, die man gar nicht glauben mag, bis man sie selbst mit den eigenen Augen gesehen hat.

Bald wird es mit der Molkerei so weit sein. Ich spare noch Geld, um auch noch gleich einen Zimmermann bauen zu lassen. Vielleicht schaffe ich es sogar, in diesem Zuge meine Besitzungen zu vergrößern. Sagte ich "meine"? Natürlich die meines Gatten, der hoffentlich bald meine Nachricht in seinen wundervollen und fürsorglichen Händen halten kann.

Bis bald, Teuerste,

Deine Anselma

Gast

Re: Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Beitrag von Gast » Mi 24. Mai 2017, 19:22

Liebe Eugenia Louise,

wie gewonnen, so auch gleich wieder zerronnen.

Meine Ersparnisse habe ich leider viel zu leichtfertig in Dekorationselemente ausgegeben. Ach, was für ein Jammer. Ich habe zwar jetzt die schönen Sachen hier auf dem Gut zu stehen und es sieht wahrhaft hübsch aus, jedoch ist das Geld weg. Für die Molkerei habe ich noch genug. Aber den Zimmermann bekomme ich nicht sofort, wenn es denn irgendwann einmal möglich sein wird. Zwar war das mit den Dekorationen eine Forderung, um mit anderen mithalten zu können und ich habe sie gewiss mit viel Geschmack und zum Nutzen des Gutes verwirklicht, jedoch muss ich jetzt sehen, wo ich mit meinem Gelde bleibe. Und meinen Wünschen. Die Molkerei ist sicher, das ist klar. Aber eben mehr nicht.

Da hilft nur eines. Ruhigen Blutes das Geld bewahren und klug erwirtschaften. Ich denke, die Dekorationen werden sich Stück für Stück in langer Frist auszahlen. Es werden schnell Kunden kommen, die mehr wollen als nur Efeu wofür auch immer. Sie sind ja jetzt schon da. Vielleicht werden es mehr, die beispielsweise Holzstühle wollen, um sich neu einzurichten. Ach, dafür einen Auftrag zu bekommen, das wäre toll. Da fällt mir ein, es wäre doch ganz gut, die Stühle geschickt in einer dekorativen Umgebung zu platzieren. Um die Kunden darauf zu platzieren, so dass sie merken, was wir doch für großartige Waren haben. Ob sie dann mehr kaufen werden als nur Efeu und Brote? Gelbe Nelken wollen sie zur Zeit ja auch.

Ich musste doch wirklich eine zweite Bäckerei und einen weiteren Blumenladen bauen, um all der Anfragen nach Pflanzen und Backwaren Herrin zu werden. Nun produzieren sie und ich werde wieder schneller an Geld kommen. Für den Zimmermann, wenn ich soweit bin. Es könnte ja auch sein, sollten die Stuhlkäufer kommen, dass ich dann gleich auch noch die Gebietserweiterung in Angriff nehmen kann. Eugenia Louise, alles auf einen Streich, das wäre es. Was für ein Coup. Dem Gut täte es gut und Heinrich Herbert wird aus meinen stolzen Händen sein Eigen übernehmen können. Ich würde mich dann in meinen Lieblingsseidenschal kuscheln und endlich die Zeit finden, das Klöppeln zu erlernen.

Liebe Eugenia Louise, ich werde jetzt in der Bäckerei nach dem Rechten sehen. Wir bereiten gerade einen weiteren Arbeitsplatz vor. Es ist wahrhaft für doch ein wenig abenteuerlich, hier mit all' den Fabriken.

Sei auf das herzlichste gegrüßt von

Deiner Anselma

Gast

Re: Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Beitrag von Gast » So 28. Mai 2017, 10:05

Liebe Eugenia Louise,

nun habe ich es doch noch viel schneller geschafft als ich es gedacht hatte: Die Molkerei arbeitet bereits mit zwei Arbeitsplätzen und den Zimmermann habe ich auch noch aufbauen können. Ich kann zufrieden mit mir sein und mein Heinrich Herbert könnte es auch, wenn er davon erführe.

Ach, wie ich es vermisse, ihn an meiner Seite zu wissen. Sein Vorlesen am Abend, das Erklären der Wissenschaften vor dem Feuer, während ich dumme Hausfrauensachen mache wie Socken stopfen. Nicht, dass es unwichtig wäre, das eigene Hab und Gut zu erhalten. Nein, sonst würden wir nur löchrige Socken haben. Man muss sich eben um das schreckliche Alltägliche kümmern. Weil ich das mache, können wir der Wissenschaft dienen. Wie mein Heinrich Herbert. Selbstlos und ohne Zögern stürzt er sich zum Ruhm des Wissens in diese wilden Abenteuer statt zu Haus bei mir zu sein und mir zu helfen.

Du weißt, wir bringen unsere Opfer. Wir alle, aber der Fortschritt erfordert sie. -

Liebe Eugenia Louise, soeben kam der Postbote und brachte eine Eilnachricht. Der Sohn des Pastors hat wahrscheinlich meinen Gatten im wilden Afrika gefunden. Er schreibt, ich zitiere wörtlich, "Gefunden STOPP Brechen jetzt in Dschungel auf STOPP Werden ihn holen STOPP" Ich werde jetzt gleich zum Dank beten gehen.

Deine Anselma

Gast

Re: Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Beitrag von Gast » Do 8. Jun 2017, 11:11

Liebe Eugenia Louise,

dieses Warten auf Nachricht. Ich kann es kaum ertragen, wieder von meinem Gemahl zu hören. Doch der Postweg ist so weit und ich ertappe mich beim unwirklichen Wunsch, dass es doch eine Möglichkeit gäbe, innerhalb von Wimpernschlägen Briefe wie durch die Luft oder durch eine Art Rohr befördern zu können. Eine Narretei, ich weiß, dennoch quälen mich die Gedanken an meinen Heinrich Herbert so weit fort in der Fremde. Du hast so Recht, wenn Du von den Opfern für die Wissenschaft sprichst. Aber an der Front der Opfer wird es nur mit viel Mut ein wenig leichter.

Jedoch, teure Freundin, die Arbeit auf unserem Gut lenkt mich auch fürderhin ab. Die Drogerie konnten wir mittlerweile aufbauen und ich kann jetzt endlich wieder soviel Seife haben, wie ich sie brauche. Und noch viel mehr Seifenstücke sind für den Verkauf offeriert. Eben habe ich gerade die Voraussetzungen für bereits den dritten Fertigungsplatz schaffen können. Es mangelt nur an Baumaterial, aber das ist nicht so furchtbar. Morgen wird es gewiss zur Verfügung stehen. Seife mit Milch für die Hautpflege steht auf dem Programm für die Fabrikation. Stelle dir vor, liebe Freundin, sie schäumt leicht und ist sanft zu den Händen. Eine Wonne nach der langen Zeit. Die Seifenstücke erinnern mich an Deine großzügige Spende vor einigen Wochen, als ich voller Verzweiflung hier die Arbeit auf dem Gut gerade übernommen hatte. Gern sende ich Dir einige Stücke aus unserer Produktion. Extra für Dich habe ich die Seifensieder angewiesen, eine kleine Charge mit Rosenwasser zu machen. Wie sehr ich hoffe, sie würde Dir gefallen.

Abends, wenn ich von der Abend müde allein am Feuer sitze, denke ich an Heinrich Herbert. Ich bin seine getreue Frau. Dann überlege ich mir, wie es sein wird, wenn er mir von den Ergebnissen seiner Forschung berichtet. Doch statt mit ihm zu reden, begann ich wieder zu klöppeln. Mein Schreiner hat es gerade noch geschafft, mir zwanzig Paar Klöppel herzustellen, bevor die große Nachfrage nach Stühlen und Tischen begann. Wie ich es gehofft hatte, macht sich jetzt der Raum für unseren Verkauf bemerkbar. Die Tische und Stühle sind gar nett arrangiert, die Kunden können erproben, was sie von uns kaufen sollen. Und die Bestellungen hageln in unser Haus, so dass die Schreiner trotz dreier Fabrikationen es nur schwer schaffen, allen Wünschen nachzukommen. Ich werde wohl jeder Bestellung mir erlauben, als Entschädigung ein Stück von unserer Milchseife beizulegen. Vielleicht schaffen diese kleinen Geschenke ja bei den Kunden die Inspiration, sich bei unseren Drogeriewaren umzusehen.

Ich weiß Deine guten Wünsche auf meiner Seite, Eugenia Louise. Und Deine Gebete und Hoffnungen für meinen Gatten.

Deine Freundin

Anselma

Gast

Re: Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Beitrag von Gast » Do 15. Jun 2017, 10:02

Liebe Eugenia Louise,

was sind mir Deine lieben und wohlgemeinten Briefe für eine Unterstützung und Freude! Wahrhaft, ohne Dich hätte ich das alles gar nicht für meinen Heinrich Herbert und mich schaffen können. Gut zu wissen, eine Freundin wie Dich zu haben. Dafür werde ich Dir zwei meiner reizenden Teetassen übersenden. Sie werden Dir gefallen.

Gewiss wirst Du jetzt besorgt sein, wie ich mir das leisten kann, wo doch die Not hier herrscht. Mitnichten, treue Freundin, mitnichten. Es geht voran und ich konnte sogar eine zweite Schreinerei bauen. Die nett arrangierten Tische und Stühle haben zu einer derart intensiven Nachfrage geführt, dass wir sie mit einer Fabrik trotz dreier Arbeitsbereiche nicht mehr bewältigen konnten. Stelle Dir das vor: Jeden Morgen ging ich selbst in die Verkaufsräume. Man muss immer die Mägde und Knechte kontrollieren, sonst verliert man alles. Ich habe sogar eine ansehnliche und reinliche Person eingestellt, die den Kunden die Möbel präsentiert und annehmbar die Vorzüge unserer Waren hervorhebt. Erst hatte ich ja Vorbehalte, ob eine Frau diese Aufgaben bewältigen kann. Aber sieh doch uns an! Können wir Frauen denn gar nichts außer uns das Haar zu richten und ein Mahl zu planen? Heute sind so viele Dinge möglich. Denke doch nur an die wagemutigen Damen, die einen Beruf erlernen wollen und sich mit den vielen Männern unverheiratet in den Universitäten plagen. Deswegen habe ich diesem Fräulein die Stelle gegeben. Die Knechte waren nicht damit einverstanden, aber ich habe die Sache klar gestellt. Fräulein Dillenberg sagt, wo sie die Möbel hinstellen sollen, sie werden ihr helfen und sie unterstützen. Jetzt machen sie es. Und sie bedankt sich für mein Vertrauen, indem sie viele der Möbel verkauft.

Ich bin mir sicher, die Verkäufe werden auch wieder abnehmen und sich auf ein normales Maß einlenken. Doch bis dahin werde ich das Geld sicher investieren, keine Schulden machen und immer ein wenig auf der Seite haben für den Fall der Fälle.

Natürlich gebe ich dem Pfarrer Geld für seinen Sohn, der meinen Heinrich Herbert sucht. Wie es nach Afrika kommt, weiß ich nicht genau. Doch ich will diese Hilfe nicht ohne einen Gegenwert haben. Mein Gefühl als Frau sagt mir, dass es besser so ist. Selbstverständlich erwähnte ich es nach dem Ende des Gottesdienstes hier und da. Gewiss besser so.

Auch wenn ich nichts von Heinrich Herbert gehört habe, warte ich weiter auf ihn und suche sein Vermögen und seinen Besitz zu mehren. Vielleicht ist er ja bereits auf dem Weg zu mir und ich weiß es nur noch nicht. Wenngleich die Wissenschaft so viele Erfindungen in den letzten Jahren gemacht hat, die uns das Kommunizieren über Kontinente erleichtern können, das Schwere ist nur, sie sind noch nicht umgesetzt und nur an wenigen Orten zu finden. So bleibt uns armen Frauen nur das Warten auf Nachricht aus der Ferne. Und das Klöppeln, meine Freundin. So wie damals in der Schule, woran Du Dich gewiss erinnerst.

Sei in Liebe und tiefer Freundschaft von Herzen gegrüßt

Deine Anselma

Gast

Re: Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Beitrag von Gast » Mo 19. Jun 2017, 12:48

Liebe Eugenia Louise,

Du wirst mit Sicherheit meine Freude teilen, denn ich habe heute vom wackeren Pastorssohn Nachricht bekommen.

Mutig ist er der Spur meines Heinrich Herberts in den tiefen Urwald gefolgt. So, wie wir gehofft hatten. Und unsere Gebete und das tiefe Hoffen wurden erhört! Er hat von Heinrich Herbert eine weitere Spur gefunden. Es ist eine der Quellen dieser vielen Flüsse, die diesen unbekannten Kontinent durchziehen. Dort soll er sein. Die Nachricht hat ja wieder lang gebraucht. Vielleicht haben sie sich bereits gefunden und ich brauche mich nicht mehr in Sorge und Geduld zu fassen. Ach, Eugenia Louise, wäre der Tag doch schon nah, an dem ich mich wieder an seine mutigen Schultern schmiegen kann und seinem Wissen lauschen darf. Welche Abenteuer er erlebt haben muss. Und überstanden. Meine Freude ist fern jeder Grenze, die man sich vorstellen kann. Bald, bestimmt ist er bald wieder hier zu Hause. Auf dem Gut. Bei mir.

Doch darf ich nicht egoistisch sein. Schon immer habe ich gewusst, dass er ein Forscher in seiner tiefen Seele ist. Es ist ja auch wichtig, das mit den Temperaturen des Quellwassers. Sonst werden wir alle nie erfahren, welche Tiere wie davon unter der Erdkruste leben. Genau habe ich es nicht verstanden, obwohl er es mir erklärte. Aber es ermangelt mir an Bildung und Wissen, denke ich. Doch bald ist er bei mir und kann mich wieder belehren.

Auch hier gibt es viel Neues zu berichten, meine liebe Freundin.

Mit den neuen Produktionsplätzen in der zweiten Schreinerei haben wir es geschafft, den Ansturm an Aufträgen zügig zu bearbeiten. Wie ich es erwartet hatte, ist jetzt ein wenig Flaute mit den Aufträgen, wie die Fischer sagen würden. Wir haben einen kleinen Vorrat an Tischen und Stühlen hergestellt und können jetzt direkt ab Lager verkaufen. Die Person, die ich eingestellt habe, um die Waren den Kunden anzupreisen, macht sich wirklich bezahlt. Wie wunderbar sie das alles abgewickelt hat, kann ich nur schwer beschreiben. Es kam gut Geld in unsere Kasse. Damit habe ich dann den Steinmetz erweitert, der jetzt auch endlich seine drei Produktionsplätze hat. Auch wenn seine Waren momentan nur schleppend nachgefragt werden. Leider kann ich schwerlich jeder Möbelbestellung ein Waschbecken beilegen. Sicherlich wird mir für die Werbung noch die eine oder andere Idee kommen, doch gute Dinge brauchen einfach ihre Zeit.

Mittlerweile kommen mehr Gäste in unser Restaurant hier. Gut, dass ich hier schon länger die Arbeitsplätze auf drei erhöhen konnte. Es kommt augenblicklich zu kleineren Engpässen, dennoch denke ich, ein Bau eines weiteren Restaurants ist eine unnütze Ausgabe. Für das Erste auf jeden Fall. Unsere Salate sind zur Zeit stark nachgefragt. Vielleicht liegt es ja auch an den hübschen Bändern, die ich, nachdem ich mit dem Klöppeln wieder begann, auf dem einen oder anderen Tische zur Dekoration ausgelegt habe. Sie putzen das dunkle Holz der Tischplatten ungemein. Es ist ansprechend und das ermutigt die Gäste, sich wieder für uns zu entscheiden. Und wenn sie schon einmal auf dem Gut sind, werden sie sich umsehen. Im Foyer des Restaurants könnte ich ja eine Vitrine aufstellen, um unsere Waren zu präsentieren. Natürlich dezent, nicht aufdringlich oder verstörend gar. So wie ich es anderswo schon gesehen habe. Bar jeden guten Geschmacks. Auf keinen Fall.

Über die Vitrine werde ich noch einmal nachdenken. Ach, könnte mir mein Heinrich Herbert doch endlich wieder Rat erteilen...

Liebe Freundin, mit dieser Post sende ich Dir wieder etwas von unserer Seife. Eine neue Duftkomposition aus unserer Siederei. Es war so reizend von Dir, Deine Gevatterin aus der Häkelgruppe auf meine Produkte aufmerksam zu machen. Sie war vorgestern hier und hat wirklich unsere Waren geprüft. Und - das verdanke ich nur Dir - gekauft. Weil sie sie gut fand. Du hast mich mit Deiner Empfehlung zu einer glücklichen Frau gemacht. Ich danke Dir.

Sei von Herzen gegrüßt,

Deine Anselma

Gast

Re: Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Beitrag von Gast » Do 6. Jul 2017, 11:08

Liebe Eugenia Louise,

verzeih, liebste Freundin, mein zu langes Schweigen. Es ist mir schier unerträglich, ab Morgengrauen meine Augen immer wieder auf unsere schmale Straße zu richten, auf den Boten wartend, der mir ein Wort über den Verbleib meines Heinrich Herberts bringen soll. Es geht mir über meine Kraft, noch mein Interesse auf anderes zu richten als auf meine eigensüchtige Sehnsucht nach ihm. Und wenn ich mich abends allein zurückziehe, unverrichteter Dinge, weil ich nicht alles aufgreifen konnte, was nötig war, ohne Nachricht, ohne Zuspruch, denn ich kann schwerlich mit Knechten und Mägden meine Sorge teilen, finde ich keine Ruhe, keinen Schlaf, weil ich ihn so sehr vermisse und mich vor Sorge noch aufzehre.

Eugenia Louise, hätte ich in dieser schweren Zeit deine lieben Briefe nicht, ich würde vollkommen zu Grunde gehen. Es ist gut, dass du mich ablenkst. Ja, du hast Recht, ich muss mich auf meine Arbeit konzentrieren und mein ganzes Augenmerk auf die Fabriken richten. Sie kosten Kraft genug, ich muss die meine einteilen.

Gut, schreibe ich dir von meinem Alltag. Da sind die Ärgernisse mit den Steinmetzen. Sie arbeiten gut, die Waschbecken kann ich gut verkaufen. Keine mangelhaften Stücke, ich bin mit ihren Fähigkeiten zufrieden. Wenn da nicht diese Unordnung wäre. Will ich Ordnung schaffen und aufräumen, finde ich oft nichts wieder. Stelle dir einmal vor, liebste Freundin, wie oft ich ein Schlageisen suche und es nicht finde. Neulich träumte ich sogar von so einem Werkzeug, weil es schon wieder einmal nicht auffindbar war. Der Meister ist gut, aber nicht ordentlich, so dass seine Arbeit oft darunter leidet. Oft genug ist es mir ein Rätsel, wie er seine Waschbecken fertig bringt bei all' der Sucherei, zu der er sich selbst zwingt. Und mich natürlich als Herrin des Gutes. Und dennoch: Ich werde selbst mir eines seiner Becken in meinem Wohnhaus installieren lassen. Sie sind einfach wundervoll in ihrer Form und Güte. Wäre es nicht impertinent, so würde ich dir eines senden. Verzeih meine Aufdringlichkeit, aber, treue Weggefährtin, du kennst mich gut genug und sagst ja selbst, ich solle statt der Traurigkeit Vorschub zu geben mich lieber in die viele Arbeit ergeben. Es sei nicht nur gottgefällig, sondern auch nötig.

Dafür ist die Schlosserei ein angenehmer Anblick. Wir haben zwar erst nur einen Arbeitsplatz, doch sind unsere Meißel sehr beliebt. Es gibt sogar eine Warteliste. Die Handwerker sagen, sie warten lieber auf unsere Ware, weil sie keine Bärte hätte. Ich musste mir angelegentlich vom Meister erklären lassen, was damit gemeint ist. Nun, da ich es verstanden habe, bin ich stolz, einen so guten Handwerker für unsere Fabrik hier ausgewählt zu haben. Gute Qualität zahlt sich aus, das Auftragsbuch hat sich gut gefüllt. In der Drogerie stellen wir jetzt kleinere Seifenstücke her, die ich den Bestellern als Zugabe mit einpacke. Eine Entschädigung für das Warten; sie hat sich bereits an anderer Stelle bewährt. Du kennst sie bereits, die Seife mit der Buttermilch und dem Honig. Und siehe da, die Herren, die unser Werkzeug abholen, das sie bestellt hatten, gehen mit ihren schief getretenen Schuhen auch noch gleich in die Drogerie, die Mütze in der Hand, und kaufen unsere Seife für ihre Frauen und Kinder. Das sind keine großen Geschäfte, aber in ihrer Bescheidenheit summieren sich die Verkäufe zu einem ansehnlichen Betrag, der mir große Freude macht. Nicht aus verwerflicher Gier, Eugenia Louise. Es ist die besondere Freude über die Früchte der eigenen Hände Arbeit, die mich erwartet, wenn ich die Bücher durchsehe. Du siehst, ich habe viel gelernt.

Sitze ich abends am Feuer und klöppele die Dekorationen für unsere Produkte, die Tische, die Stühle, die kleine Vitrine für unsere Seifen, die ich bauen ließ, fühle ich den kurzen Anflug persönlichen Glücks, der sogleich verschwindet, weil ich so sehr allein bin.

Auch mit dieser Post erlaube ich mir, dir Seifen zu senden. Ich hoffe sehr, dieses Geschenk ist nicht aufdringlich. Bitte, teile mir auf ganz ehrliche Art und Weise mit, wie sie dir gefällt. Es ist mir so wichtig. Sie enthält neben dem Duft ehrbarer und vor allem heilender Kamille das Wollfett des Schafes und die Sahne aus der Milch unserer Molkerei. Diese Seife ist für die Pflege und den Erhalt der Haut schwer arbeitender Hände gedacht. Bitte, liebste Freundin, teile mir deine Meinung mit. Es ist mir besonders wichtig, dass unsere Produkte auch deinem kritischen Blicke standhalten können.

Und ich versichere dir, dein Ratschlag war recht und gut. So schrieb ich von meinen kleinen alltäglichen Sorgen und ich habe den Schmerz ob meines Heinrich Herberts nicht vergessen, aber ein wenig leichter tragen können. Danke für deinen Zuspruch!

Deine Anselma

Gast

Re: Das Leben ist kein Seidenschal - Freiin Anselma Elfriede Gutrid von Hochfeld zu Kammern berichtet

Beitrag von Gast » Mo 24. Jul 2017, 09:33

Liebste Freundin, liebe Eugenia Louise,

vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Danke für deinen Zuspruch, den ich gerade jetzt so dringend benötige. Und vielen Dank für dein Lob ob meiner bescheidenen Fähigkeiten, unsere Liegenschaften hier aufrecht zu erhalten.

Nein, von Heinrich Herbert habe ich immer noch nichts gehört. Der Sohn des Pastors schien vor kurzem so nah vor seinem Ziel zu sein. Aber seither habe ich nichts Neues mehr erfahren. Unerträglich ist die Ungewissheit, doch ist sie mir leichter, weil ich dich, meine treue Freundin, bei meiner Sorge weiß. Du bist mir Stütze in meiner alltäglichen Frage, wie es wohl meinem Heinrich Herbert ergeht, wann er endlich wieder heim kommt und wie es dann sein wird.

Also schreibe ich dir lieber von meinem Alltag, der mir oft eine für meine Frauenschultern zu schwere Last ist, dennoch mir Freude und Bestätigung gibt, etwas auf dieser Welt erreichen zu können.

So berichtete ich dir doch vor einiger Zeit von Fräulein Dillenberg, die hier wunderbar den Verkauf macht. Sie ist ein großer Gewinn für die Unternehmung, ich kenne keinen Mann, der mit mehr Würde und Charme dem eigenen Platze angemessen es bewältigt, unsere Produkte gut zu verkaufen. Hier muss ich dir berichten, was passiert ist.

Sie kam vor einigen Tagen zu mir und bat um eine kurze Unterredung, wenn es meine Zeit denn zuließe. Ich hatte zwar keine Zeit, nahm sie mir aber, denn Fräulein Dillenberg ist mir ja eine große Stütze. Und wir Frauen müssen einander beistehen, solange es sich um sittlich anständige Personen handelt. So wie bei Fräulein Dillenberg, auch wenn ich einen Moment daran zweifeln musste. Denn sie hatte zu unserer Verabredung einen Knaben an der Hand, der mir weder in die Augen sah noch ein Wort zu sprechen bereit war. Natürlich vermutete ich, sie wolle mir von einem verheimlichten Kinde beichten. Doch es kam anders. Es stellte sich heraus, und der Pastor gab mir rückversichernde Bestätigung, dass es sich um ihren Bruder handelt, um den sie sich wohl aufopfernd kümmere. Ob sie deswegen vielleicht nicht verheiratet ist, weil ein Mann nur schwer ein fremdes Kind aufzunehmen bereit ist?

Jedenfalls bat sie, ob ich es erlauben würde, wenn sie gelegentlich diesen kleinen Bruder mitbringen könnte, weil es ihrer Mutter zu schlecht ginge, sich um das geistig kranke Kind zu kümmern. Sofort versicherte sie mir, sie würde sich um ihn kümmern und gewiss würde er nicht stören. Und selbstverständlich würde es an ihrer Arbeit nicht mangeln, um meine Großzügigkeit zu vergelte. Sie würde sogar einen Tag in der Woche zusätzlich und ohne Vergütung arbeiten. Stelle dir vor, nach all' dem Gerede kam es so heraus, dass sie wohl die einzige ist, die es schafft, diesem Kinde ein würdiges Aufwachsen zu verschaffen. Und wegen der Krankheit der Mutter muss sie mehr für ihn da sein. Der Vater würde wohl zu oft schlagen, was dem am Geiste schwachen Kind schade.

Der Junge sah mich nicht an. Er sprach nicht, aber er wirkte manierlich. Ich gestattete es ihr, denn dieses arme Kind und diese junge Frau, deren Mut ich im Nachhinein bewundere, taten mir leid. Nun sitzt er nach meiner Erlaubnis täglich im Hof hinter dem Laden, den wir eingerichtet haben, und sie sieht nach ihm, indem sie kurz einen Blick aus dem Fenster ihm zuwirft, winkt und sich sofort ihrer Arbeit widmet. Nein, sie geht nicht fort, sie bemüht sich noch mehr darum, ihren Pflichten korrekt nachzukommen. Ich gehe jeden Tag mehrere Male dort vorbei, wenn ich in die einzelnen Fabriken gehe. Und fürwahr, das muss dringend sein, denn sonst greift die Unordnung um sich und alles verdirbt. Aber hier bei unserem Geschäft ist alles in Perfektion sortiert. Noch mehr sogar, seit der Junge da ist. Wenn er mich sieht, versteckt er sich. Er spricht nach wie vor nicht. Doch stelle ich ihm ein Glas Milch hin oder lege ihm einen Apfel an seinen Platz, Dinge, die Fräulein Dillenberg sehr in Verlegenheit brachten und für die sie sich im Überschwang bedankte. Wie mag es sein, mit so einem Bruder durch das Leben gehen zu müssen? Die Dankesbezeugungen habe ich mir jedenfalls verbeten. Der Junge durfte bleiben.

Allerdings erwischte ich ihn dabei, wie er die Schachteln faltete, in denen wir die Rosenwasserseife verpacken. Sie kosten Geld und natürlich sind sie kein Spielzeug. Es waren so viele Kunden da, dass Fräulein Dillenberg mich nicht kommen sah. Also wollte ich selbst dem Kinde die vorgestanzten Pappen wegnehmen. Jedoch, Eugenia Louise, die Seifenschachteln waren in Perfektion gefertigt. Noch nie waren sie so gut in Form gebracht worden. Meine Verkaufsperson kam hochroten Gesichts und entschuldigte sich, versicherte mir, er hätte nie etwas zerstört und es wären so viele Kunden dagewesen und die Seife wäre zu spät gekommen, als dass sie es hätte allein schaffen können. Und sie wollte die Seife den Anweisungen gemäß ansprechend verpackt offerieren, wo sie doch so nachgefragt sei. Wie gesagt, meine Freundin, seit der Junge da ist, bemüht sie sich noch mehr um die Erfüllung ihrer Pflichten. Sie hatte ihre Arme um ihn gelegt und er schmiegte sich an sie. Und plötzlich wie nie zuvor schien sein Geist mich zu erkennen und er berührte meine Hand.

Mein Herz öffnete sich, liebste Freundin. Mein Ärger verflog. Ich wusste ja aus den Büchern, wie hoch das Einkommen durch Fräulein Dillenberg gestiegen ist. Daher erlaubte ich ihr nicht nur, den Jungen in ihrer Verantwortung jeden Tag mitzubringen, sondern als Unterstützung einzusetzen. Auch wenn Gott ihm den Verstand nahm, bedarf er unseres Schutzes. Schutz bedeutet doch nicht nur, solche Menschen in Anstalten einzusperren zu ihrer und zu unserer Sicherheit. Nein, wenn er Nutzen bringt, dann darf er bleiben. Und mehr noch, ich zahle sogar ein kleines Salär für seine Hilfe.

Liebe Eugenia Louise, auch wenn meine Mittel beschränkt sind um mildtätig zu sein. Hier konnte ich es. Ich konnte jemandem in Not beistehen. Und dieses benachteiligte Wesen sorgt jetzt für wundervoll gefaltete Schachteln, die als Verpackung für unsere besseren Güter dienen. Er sortiert die Regale im Lager und huscht weg, sobald ein Kunde kommt. Eine gewissenhaftere Hilfe kann ich mir kaum wünschen.

So kann ich leichter mein Schicksal ertragen, einen geliebten Gemahl in der Ferne zu wissen.

Sei von Herzen gegrüßt.

Deine Anselma

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